Projekte und Arbeiten

Projekt "Weniger Wildunfälle"
Das von Jagd Schweiz, dem Schweizerischen Versicherungsverband und dem Schweizer Tierschutz initiierte Projekt "Weniger Wildunfälle" ist auch im Kanton St.Gallen als Pilotprojekt gestartet. Für die Umsetzung sind auf Initiative von Revierjagd St.Gallen die Jagdgesellschaften in Zusammenarbeit mit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei verantwortlich.

Am 6. März 2010 wurden 35 Jagdgesellschaften für die Montage und den Betrieb der Wildwarngeräte ausgebildet. Die Installation von 1'000 Wildwarngeräten auf Strassenabschnitten von einer Länge von 42 Kilometer wird im Monat März 2010 vorgenommen. Während zwei Jahren werden die Ergebnisse auf diesen Strecken wissenschaftlcih ausgewertet. Ist die Aktion ein Erfolg, sollen in Zukunft auf Strassenabschnitten mit Wildunfällen weitere Geräte installiert werden. Erste Erfahrungen aus den Kantonen Zürich, Luzern und Schaffhausen sind ermutigend und lassen eine Reduktion der Wildunfälle im 30% bis 40% erwarten.

>> Flyer „Weniger Wildunfälle“
>> Alternative Wildwarner

Projekt Förderung von Elsbeere und Speierling
Die Kommission Wild und Lebensraum hat im Sommer 2009 das Projekt "Förderung von Elsbeere und Speierling" gestartet. Ziel der Aktion ist, in den Regionen Rheintal und Sarganserland von den vom Aussterben bedrohten Baumarten Elsbeere 100 und Speierling 300 Bäume zu pflanzen. Die Pflanzungen werden durch die Jagdgesellschaften in Zusammenarbeit mit Forstunternehmen in diesem Jahr vorgenommen. Von den dafür benötigten Fr. 4'800 bezahlt Revierjagd St.Gallen Fr. 1'000, die restlichen Fr. 3'800 soll über private Sponsoren finanziert werden. Weitere Informationen finden sie unter:

>> Beschreibung Elsbeere
>> Beschreibung Speierling

Effor2 Folgeprojekt
Der Vertrag über ein effor2-Folgeprojekt ist von den Regierungen der beteiligten Kantone und vom BUWAL im Sommer 2005 unterschrieben worden. Das Projekt dauert bis Ende 2007. Es beinhaltet wiederum jagdliche und forstliche Leistungen, die paritätisch von Jagd und Forst zu erbringen sind. Im Gegensatz zum ersten effor2-Projekt werden die neuen Massnahmen aber nicht mehr auf das ganze effor2-Projektgebiet verteilt, sondern auf einzelne Schwerpunktregionen, so genannte Wildräume, konzentriert. Dazu gehören auf dem Gebiet des Kantons St. Gallen vor allem das südliche Werdenberg sowie das Obertoggenburg. Man möchte damit die Wirkung der Massnahmen verstärken. In den übrigen Regionen sollen die bisherigen Lebensraummassnahmen weitergeführt und die Wildbestände stabilisiert werden. Beim Rothirsch ist das generelle Ziel nicht mehr die Reduktion, sondern die Stabilisierung des Bestandes. Eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zum effor2-Projekt ist in Vorbereitung. Das Amt für Jagd und Fischerei wird Anfangs Jahr im Detail über das Projekt und die Konsequenzen für die Abschussplanung 2006 informieren.

Forschungsprojekt Auswirkungen von Habitatfragmentierungen
Autobahnen oder andere Barrieren behindern das Wild auf seinen Wanderungen. Viele Lebensräume sind isoliert und verinselt. Isolierte Populationen sind gefährdet, da wegen Inzucht der Fortpflanzungserfolg abnimmt. Ein Forschungsprojekt will die Auswirkungen auf die genetische Struktur von Rehpopulationen untersuchen. Im Kanton St. Gallen gehören das Rheintal und die Linthebene zu den Untersuchungsgebieten.

>> Habitatfragmentierungen

Waldentwicklungsplanung WEP
Die neue Waldgesetzgebung des Bundes und des Kantons St. Gallen sieht im Bereich der forstlichen Planung Neuerungen vor. Bei Planungen von überbetrieblicher Bedeutung soll sich die Öffentlichkeit aktiv am Planungsprozess beteiligen und sich zu den Ergebnissen äussern können. Die Jägerschaft darf diese Gelegenheit zur aktiven Mitgestaltung des Geschehens im Wald auf keine Fall verpassen. Eine Anleitung dazu bietet der Leitfaden zur Mitwirkung der Jäger bei der Waldentwicklungsplanung WEP.

>> Leitfaden WEP

Abgeltung ökologischer Leistungen GAöL
Immer mehr Jagdgesellschaften erbringen ökologische Leistungen, indem sie z.B. Waldwiesen mähen, Hecken pflanzen oder Obstbäume setzen. Im folgenden soll kurz aufgezeigt werden, dass für solche Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen GAöL-Beiträge bezogen werden könnten.

1. Unterschiedliche Finanzierungsquellen für die Abgeltung ökologischer Leistungen
In Anwendung des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (SR 451; abgekürzt NHG) wurde mit dem kantonalen Gesetz über die Abgeltung ökologischer Leistungen (sGS 671.7; abgekürzt GAöL) die Möglichkeit geschaffen, Massnahmen zum Schutz und Unterhalt von Biotopen sowie zum ökologischen Ausgleich durch Beiträge zu unterstützen.

Gemäss Art. 76 Abs. 3 des eidgenössischen Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1) fördert der Bund in Ergänzung zum NHG die natürliche Artenvielfalt. Er gewährt Beiträge für die Förderung eines angemessenen ökologischen Ausgleichs auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Ausführungsbestimmungen hierfür finden sich in der Direktzahlungsverordnung (SR 910.13; abgekürzt DZV; Art. 40-54), in der Öko-Qualitätsverordnung (SR 910.14; abgekürzt ÖQV) sowie in der Verordnung zum GAöL (sGS 671.71; abgekürzt GaöLV).

Somit existieren nebeneinander zwei verschiedene Gesetzgebungen (Landwirtschaft, Naturschutz), die Beitragszahlungen für ökologische Leistungen ermöglichen. Beiträge aus dem Landwirtschaftssektor (DZV und ÖQV) werden allerdings nur an Bewirtschafter von Landwirtschaftsbetrieben ausgerichtet, welche u.a. den ökologischen Leistungsnachweis erfüllen. Da die Jagdgesellschaften keine Landwirtschaftsbetriebe führen, erfüllen sie die Beitragsvoraussetzungen nicht. Hingegen ist der Abschluss von GAöL-Verträgen für die Jagdgesellschaften möglich.

2. Abschluss von GAöL-Verträgen
In der Beilage erhalten Sie die Wegleitung zum Vollzug des GAöL’s in der ausführlich erklärt wird, welche Objekttypen unter welchen Bedingungen mit welchen Ansätzen entschädigt werden. Wichtig dabei ist, dass die GAöL-Verträge zwischen den politischen Gemeinden und den Bewirtschaftern abgeschlossen werden. Wer Beiträge beziehen will, muss bei der politischen Gemeinde ein Gesuch bis Ende April desjenigen Jahres einreichen, für das erstmals Beiträge beansprucht werden. Die Gemeinde schliesst mit den Bewirtschaftern die Verträge gemäss der Wegleitung ab. Bei Unsicher- oder Unklarheiten berät das Kantonale Planungsamt – als Anlaufstelle des Staates - die Gemeinden und/oder die Gesuchsteller.

>> Wegleitung GAöL